Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie

Liebeslyrik - Liebesgedichte - Liebespoesie
foto: vkd

Sonntag, 9. Juli 2017

DER LETZTE ABSCHIED

Bald ist alles gesagt.
In einer Umarmung,
die Worte erstickt.

Ein letztes Mal, das
Licht deiner Augen.
Der Blick verweht.

Ein Stein sinkt in die
Tiefe. Still stehen
wir in wunder Zeit.

Stehen einen ewigen,
unwiderruflichen
Augenblick in Fluten,

im Mahlstrom von Trauer
und Liebe. Da ist so viel,
überwältigend viel davon.

Ich zittere. Trete den ersten
Schritt, fort von dir, vor den
Vorhang unserer Tränen.

Das letzte Bild von dir gräbt
sich ins Stakkato der Gefühle:
Ein Mal des Augenblicks.

Nach Ewigkeiten hebt sich
mein Blick. Ein Vogel
flattert auf, zum Himmel.

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Sonntag, 9. April 2017

NACHTIGALL

Die Nacht, verträumt im friedlichen Schweigen.
Dein Atem wogt sanft. In hohle Stille schallt
Das Lied der Nachtigall vor meinem Fenster.

Kündet Dämmerung und Glück des neuen Tages.
Sie singt mein Lied für dich, trunken vor Liebe.
Als kennte sie meines Herzens tiefste Wahrheit.


Sonntag, 2. April 2017

IM LICHT DIESES AUGENBLICKS

Zwischen Knospen und Gräbern wandeln wir.
Siebenmal dein Gesicht im Blättermeer,
siebenmal tropfen Tränen, vermischen sich,
rinnen, finden widerstandslos ihren Weg,
Unter die Haut, zurück in mein zitterndes Herz.

Es atmet, zaubert dein Lächeln in die Himmel,
den dämmernden Himmel, den stillen Himmel,
den blutroten Himmel, der schamhaft schweigt.
Die Nebelschwaden des Unwetters sind verweht,
Gespenstern gleich, die kein Gestern mehr kennen.

So stehen wir hier zwischen den Knospen und
Gräbern. Siebenmal drehen wir uns, siebenmal,
eng umschlungen. Unsere Blicke versinken in
Zeitlosigkeit. Ich erschrecke, so schön bist du!
So unsagbar schön im Licht dieses Augenblicks.

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Freitag, 24. Februar 2017

LIEDER DES ORPHEUS I: SINGE ORPHEUS SINGE, neue Version

Kinder der Universen, im heiligen Feuer
Geschmiedet aus Licht, Liebe und Blut.
Am Ende dieses Weges erwachsen, rot
Öffnen Blüten sich auf schwarzer Asche.

Ohnehin findet das Licht eines Herzens
Den Weg zurück. Hinter all die Universen,
die wir Menschen mit gierigen Waffen
Und Fahrzeugen nie besuchen werden.

Dazwischen liegen ein Leben, blutende
Wunden, mit Narben, mit Tränen, welche
Herzen verstählen. So zuckt eine Seele
Im Spiegel und vor Sehnsucht zugleich.

Was immer dich berührt, erweckt den
Januskopf deines Herzens: Wenn
Liebe dich ergreift, so erwacht auch
Höhnisch deine Furcht vor der Liebe.

Wie oft belächeln Eitelkeit und Stolz
spöttisch die Sehnsucht, die Wunden,
die du im anderen als Schwäche tadelst?
Wie oft beschämen Menschen ihres

Eigenen Herzens Stimme, wenn sie
Die Blicke stoisch nach außen richten,
niemals nach innen? Wie oft irren sie
im Labyrinth des Midas, weil sie des

Herzens leise Stimme nicht hören hinter
All dem Gedankenlärm? Sei gewiß:
Wie du zum Herzen des anderen bist,
so bist du zu deinem eigenen Herzen!

Wisse: Dort ist Heimat, hinter all den
Universen, und ihr gilt all dein Wähnen:
Heimat, aus der wir kamen, und zu der
Wir Gehen. Bedenke: Ohne die Lieder der

Liebe bist du nichts, bleibst heimatlos,
ein Leben lang. Drum singe Orpheus,
singe und spiele der Liebe deine schönsten
Lieder, sind sie doch Vorschein unserer Heimat.

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Mittwoch, 25. Januar 2017

LÄCHELN

In des Herzens Einklang
lächelt jeder Augenblick.
Auf ewiger Himmelsschaukel
schwingen wir, hin und her,
zwischen Licht und Schatten.

Liebkosen uns unter der Sonne,
unter Sternen. Sterbliche sind wir.
Berühren das Helle, das Dunkle
In den Landschaften der Seele
lädt ein Lächeln zum Tanz.

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Sonntag, 22. Januar 2017

BESTIMMUNG

Die Tage mit dir
Vergingen, in Licht
Und in Schatten. Wie
Oft kreisten wir, unruhig,
Um gepackte Koffer?

Hinter den Spiegeln,
Im Zwiegespräch der
Herzen, wuchsen Wurzeln,
still und unbemerkt, tief
In die Erde des Seins.

Ist die Frucht gereift,
in Licht und Schatten,
fällt sie, fällt zur Erde.
Dort ist sie ganz, was
Sie ist, in ihrem Kern:

Wesenheit, beseelt.
Hingegeben an Ihre
Bestimmung strahlt sie.
In jenem Augenblick
Erwacht die Liebe.

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Samstag, 7. Januar 2017

MUSIK, DIE NUR WIR HÖREN

Ich renne heim, meine Hand ertappt den Schleier
auf dem Weg der Herzen. Wenn seine Steine fallen,
zerspringen Spiegel und regnen Sternenschauer.

Die letzte Bühne bröckelt, lautlos. In der Süße
einhelliger Bedeutungslosigkeit verglüht das
Logbuch des Lebens. In der Hitze des Augenblicks:

Kein Nicken. Keine Arie. Kein Spiel. Nur ein letzter
Vorhang, der fällt. Mit einer Tür ins Haus, öffnet
sich alles, Licht gleißt, flutet der Sehnsucht Scham.

Ich nehme die Hände von meinen Augen, erkenne
den stillsten aller Engel, der du bist, nehme deine
Hände, und wir tanzen die Musik, die nur wir hören.

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Freitag, 30. Dezember 2016

WINTERTRÄUME

Jeder Alptraum
aus Gedanken endet
in einem Augenblick
von Stille und
jeder Traum
des Herzens erwacht
in einem Augenblick
von Liebe
erleuchtet
jeden Atemzug
am Winterhimmel.

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Sonntag, 18. Dezember 2016

ALLES WEICHT WEICH

Wenn ich dich an meiner
Seite spüre, du Schöne,
steigen Träume empor,
schillern, glimmen, zum
Himmel, höher und höher.

Steigen Träume empor,
wie die Sprechblasen
heroischer Comicfiguren,
wie der allmächtige Djinn
aus Aladins Flasche.

Die fragwürdigsten Gedanken
verfliegen. Die Melancholie des
Abends lichtet sich wie der Nebel
des Novembermorgens, den die
Sonne gelassen durchdringt.

So schmeckt das Leben, wenn ich
dich neben mir fühle. Alles weicht
weich. Nur der Augenblick verharrt,
der einzige, der selige Augenblick,
dich an meiner Seite zu spüren.

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Samstag, 10. Dezember 2016

WO LIEBE ERWACHT

Am dunklen Brunnen lausche ich
deinen Worten, sie plätschern dahin,
den Wassern gleich, die im Wildbach
murmeln, im Wald der Kinderträume.

Löschen sie das unerhörte Feuer, die
Worte, die Wasser? Selbst die Tränen
aus dem Schmerz der Ahnungen, tropfen
schwer und kühlen die Sehnsucht nicht.

So ertrinke ich fast in diesem Blick,
und gewahre Wahrheit, nackt, hinter
all den Worten, dem Plätschern, unten
im dunklen Brunnen, wo Liebe erwacht.

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Sonntag, 4. Dezember 2016

HERBSTBILD

Im Tal zwischen den Bergen,
die Blicke an Ferne, Gipfel
Kreuz und Himmel genagelt,
im Hinterland der großen Stadt,
Gehen wir diesen Scheideweg.

Ein wilder Fluss frisst sich
in drohliche Stille, er faucht,
er tobt, er flüstert das
Ungesagte in mein Ohr,
während wir schweigen.

Die Aura von Gletscherkälte
hüllt uns in fröstelnde Nähe.
Ich lege meinen Arm um
Deine Schultern und mein
Herz in Deine Hände.

Des Sommers Wärme hat sich
weit hinter die Berge verkrochen,
welkes Herbstlaub unter den
Schritten, auf fernen Gipfeln
glänzt in der Sonne der Schnee.

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Sonntag, 27. November 2016

GOTTTESGESCHENK

Im Augenblick die Lider heben, aufwachen, engumschlungen,
Träume, Küsse tauschen, flüstern, dein Morgengesicht zwischen
den Händen. Das Gottesgeschenk, deine Lippen tiefrot zu Küssen.

Das Gottesgeschenk eines aufreizenden Tages, das Gottesgeschenk
des Sonnenlichts, das dein Engelshaar noch ein Quentchen heller
erstrahlen lässt im elysischen Augenblick unsterblicher Liebe.

Das Gottesgeschenk meiner Augen, die sich nicht sattsehen
an deiner Anmut. Das Gottesgeschenk der Luft, die wir atmen,
des Friedens, den wir leben, an diesem Tag unter Gottes Hand.

Das Gottesgeschenk der Liebe, die in meinem Herzen brennt, für
dich, für diesen Tag, für jeden Augenblick, für die Freiheit zu fühlen,
was Sinne und Herz berührt: für das Gottesgeschenk dieses Lebens.

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Mittwoch, 23. November 2016

HERBSTLIED

In der Neige des Herbstes
stehen sie noch in Flammen,
die Wälder. Die Erde leuchtet,
und der Himmel ergraut.

Die Schatten der Wanderer
wachsen flugs auf dem Pfad
der Suchenden. Stets emsig
rasten wir am See. - Stille.

Im Spiegel des Wassers
erkenne ich die letzte Blüte,
die der Sommer gelassen hat.
Es ist dein Gesicht, du Schöne.

Dein Lächeln, die Gesten hinter
Worten, jene sprachlose Süße
vereint, vereint sie alle: Feuer
und Wasser, Himmel und Erde.

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Donnerstag, 17. November 2016

OHNE ENDE

Jedes Lied klingt traurig,
wenn das Ende naht.
Wie eine Diebesbande
Schleicht es sich heran.

In unbewachten Augenblicken
erstarren die Worte,
erstarren die Blicke,
erstarrren die Gesten.

Bisweilen bist du da
und auch wieder nicht.
Bisweilen bin ich da
und auch wieder nicht.

Sag, wo sind wir denn?
Beieinander und so fremd!
Die Kühle jeder Berührung
kommt aus der Ferne.

Aus der Ferne des Raums,
des kalten Alls, wo still
Kometen schweben. Kein
Glimmermeer der Sterne?

Ich fühle meine Tränen.
Ein Glitzern in deinem
Augen, ein Glitzern der
Sterne, Sternenstaub,

der uns berührt. Ferne wird
zur Nähe. Nur ein Augenblick:
Und wir weinen gemeinsam
diese Tränen ohne Ende.


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Sonntag, 13. November 2016

MEINE LIEBE

I.

Irgendwann stolperte ich
über dich, mit achtlosen Füßen,
auf der Flucht vor mir selbst.

Irgendwann verliebte ich mich
in deine sündhaften Blicke,
deine auflodernde Zerrissenheit.

Ich hielt ich dich in  meinen Armen,
wenn es brannte in dir und hielt
Dich, wenn das Feuer erlosch.

So wuchs unsere Liebe empor,
doch ihre Wurzeln verankerten
Sich tief im Boden des Ego.

Am Ende fanden wir nur einen
Augenblick der Zerrissenheit.
Die Sterntaler des zerfetzten Briefes

Rieselten endlos aus dem Fenster,
du zwischen weichen Tränen und wildem
Lachen, die achtlosen Schuhe vor der Tür.


II.

Die Hoffnung schweigt, schweigt zwischen
zwei Worten, der letzte Blick, bevor die
Tür sich schließt, wankt in die Leere.

Das Kettenkarussell der Gedanken bohrt
höhnisch sich in mein Herz. Ich sehe nichts
mehr, was mich nicht an dich erinnert.


III.

Morgen wird meine Liebe im Lied des
Vogels erwachen, der vor deinem Fenster
Singt, in jedem Regentropfen, der dich berührt.

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Freitag, 11. November 2016

WELLEN

Wie alles, vergehen sie, die blauen Nächte,
die Nächte der Küsse, die Nächte der Tänze,
die Honignächte. In denen wir, winzige Blasen,

Gehüllt in rote Membrane, wieder und wieder,
von der Erde zum Himmel aufsteigen. Aufsteigen
in die Glut der Sonnen, in die Kälte des Kosmos.

Hier und heute sind wir, sind wir ganz, sind wir
Liebende. Betten uns auf Himmelsmoos. Umarmen
uns endlos im Schatten des verblassenden Mondes.

1000 Küsse später erfrischt der kühle Morgentau
die müden Lippen. Das leise Zittern deiner Haut
verinnt in sanften Wellen am Ufer meines Leibes.

Sie machen mich still, selig und dankbar, die Wellen.
Gottes Geschenk, das sind sie, das bist du. So viele
Mysterien, Geliebte, beglücken den Augenblick mit dir!

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Sonntag, 6. November 2016

FENSTER

An das verschlossene Fenster
meines Herzens klopfte die Zeit.
Wieder und wieder: vergeblich.
Die schüttelte es, ließ es erzittern.
Doch starr hielt es stand, trotzte,
trotzte den sanften Winden der Träume,
den wildesten Stürmen der Leidenschaft.

Als du dann an mein Leben rücktest,
du, mit deinem Morgensonnenlächeln,
das jeden Schatten der Seele erhellt,
da erstrahlte auch mein Herz. Erstrahlte
so gleißend hell, als gäbe es keine
geschlossenen Fenstern mehr auf
dieser ganzen wundervollen Welt.

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Samstag, 5. November 2016

WILDEN HERZENS

Erwachen.
Im Liebesfeuer:
Kind, Freude,
nächtliche Tänze ...

Nicht wissen,
wann die Reise
dieses Schiffes endet,
nichts wissen,
alles vergessen.

Auf dem Deck
sich schwindlig
drehen, lachen,
im Reigen
unter Goldhimmeln
Atemlos,
wilden Herzens,
in Arme sinken,
in  Sterne starren.

Erstrahlen in dir,
einem Kometen gleich
versinken
in Inbrunst.
Der Augenblick
flüstert
sein heiliges
Geheimnis
in mein Ohr.

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Sonntag, 30. Oktober 2016

EINEN SCHRITT VORAUS

Draußen der Regen
klopft an das Glas
Auf der Flucht
vor dem Wind.
Es zittert. Angst
zu zerspringen.
Mein Herz ist
einen Schritt voraus.
Es zerspringt fast
vor Glück. Du kriechst
noch ein Stück näher
unter meine Decke.

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Freitag, 21. Oktober 2016

SCHÖNE IM HERZEN

Du, Schöne im Herzen,
selbst den dunkelsten Raum
erhellst du mit deinem Licht,
angesichts des Augenblicks,
in dem wir uns begegnen.

Wenn wir uns begegnen
An den heiligen Ufern,
an den heilenden Ufern,
an den Ufern der Meere,
der Meere tief in uns.

Tief in uns die Meere der
Gnade, die göttlichen Meere,
die ewigen Meere. Dort,
sind Gott und Liebe vereint,
selig im Tanz der Seelen.



Sonntag, 16. Oktober 2016

NACHT DER WÖLFE II

Da war die Nacht,
da waren du und ich,
die fanden sich und
Frieden mit dem Tag.

Da war die Nacht,
da waren du und ich,
und wir erkannten uns
unter dem Bernsteinmond.

Liebestrunken, Priesterin
und Priester, knieten wir
vor brennenden Altären
in dionysischer Andacht.

Zieh mich, zieh mich tief,
in archaische Weiten, wo
die Augen von Wolf und
Wölfin nächtens erglühen.

Versinken will ich, tief und
tiefer, in mystischen Räumen,
mich verlieren, du scheues,
wildes Tier, in deinem Honigduft.

In dieser Nacht, unter
dem einen Bernsteinmond,
dieser mystischen Nacht,
dieser Nacht der Wölfe.

Foto: pixabay
 

Montag, 10. Oktober 2016

WENN ICH NICHT BRENNE, WIE KANN DAS DUNKEL IN MIR ERLEUCHTEN?

Brenne, mein Herz, brenne
aus mir! Entferne, mein Herz,
entferne alle Spiegel. Nur
jenseits der Spiegelungen im
Anderen wird Liebe erwachen.

Zerreiße, mein Herz,
zerreiße die Fesseln
der Bedeutungen.
Verbergen sie doch nur
die Wahrheit der Liebe.

Erhelle, mein Herz, erhelle mich!
Erhelle das Dunkel, das Dunkel
meiner Seele, das Dunkel
von Tag und Nacht, das
Dunkel zwischen den Sternen.

Tanze, mein Herz, tanze mit mir!
Tanze mit durch die Nacht, tanze
wie ein Derwisch, ein Derwisch im
Saal ohne Mauern, im Saal ohne
Spiegel. Tanze, tanze dich, mein Herz!

Foto: vkd

Freitag, 23. September 2016

ABSCHIEDSWEISE

Einmal noch mit dir
über die Wasser laufen,
die Meere teilen, die
Himmel auf die Erde
holen, wie verlorene
bunte Luftballons.

Sie um Handgelenke
binden, dass unsere
Arme nicht mehr nach
unten sinken, sich
finden und wiederfinden
in zeitloser Umarmung.

Einmal noch dich
herzen, so gelassen,
dass Stunden, Tage,
Wochen und Jahre
dabei vergehen ...
abschiedsweise.

Foto: Pixabay

Samstag, 10. September 2016

HONIG

Als Kinder kletterten wir zwischen
den Steinen der alten Ruine. Dort oben,
weit über der schäumenden Stadt,
verbargen wir uns, versteckten uns
vor der weiten, grenzenlosen Welt.

Spielten unter dem Turm, der hier in
fernen Zeiten sich erhob. Dichteten
tragische Dialoge vom Prinzen und
seiner Prinzessin, die sich in das Glück
unvergänglicher Liebe träumten.

Dann wurdest du Frau und ich Mann
und wir beide Liebende in der Freiheit
eines Sommers. Als abendrot der Himmel
in Flammen aufging, wurden wir Himmel,
erkannten uns und unseren Traum von Liebe.

Erkannten uns in der Gestalt von Engeln,
dort auf dem Berg über der Stadt, und Engeln
gleich schmeckten wir die Süße der Liebe. Das
letzte Licht des Tages tauchte deine Haut in
jenes Rot, das die ganze Welt in Feuer versenkt.

Im Schein des Honigmonds, unter dem Vorhang
glitzernder Sterne, liebten wir uns, fassungslos
unter diesem Himmel. Das Firmament war uns
Zeltdach, die ganze Welt ein Campingplatz,
die einzigen Gäste schienen wir beide zu sein.

Später verlorst du tragisch dich und dein junges
Leben im alten Wagen auf der neuen Autobahn.
Dein Herz und meines, fassungslos geborsten.
Doch tief in meinem Innersten lebt die Süße
fort, einem Honig gleich, der niemals verdirbt.

Foto: Pixabay

Donnerstag, 1. September 2016

BESESSEN

Es gibt Zeiten, da bist du kleines Mädchen,
und Zeiten, da bist du ganz Frau. Es gibt
Zeiten, da bist du Schatten, Zeiten, da bist du
Licht, das in allem aufscheint, alles beglänzt.

Manche Gebärde, so anmutig wie der Tanz
deiner Hände, verzaubert mein Wolfsherz.
Doch eine einzige Geste enthüllt die ganze
Wahrheit, die zwischen uns ihre Fäden webt:

Wenn du dein Haar zu einem Knoten
formst, Geliebte, deinen Aphroditenhals
entblätterst, schenkst du ihm und mir
Licht. Die verlorenen, die widerspenstigen

Haare in deinem Nacken erden diesen Anblick
ins Greifbare. Besessen bin ich, du Schöne,
von diesem Anblick. Enthüllt er nicht dem
dem Blick des Liebenden die ganze Schöpfung?

Wenn Gott solche Schönheit erschuf, ist
dann alles andere nicht ebenso schön, was er
geschaffen hat? So wird jeder Augenblick
begnadet, im Anblick dieser Schönheit zu sein.


Samstag, 27. August 2016

DIE HERZEN TANZEN

Du. Und ich. Singen Sternenlieder.
In mondtrunkener Nacht erkennen
wir. Jetzt weiß dein Leib, wer ich
bin. Und meiner weiß, wer du bist.

Faxen im Spiegel, fragende Blicke
im Schaumbad, Visionen am
Küchentisch, inmitten der Gischt
aus Küssen, der Magmaströme,

der andächtigen Stille, wenn der
Sturm verstummt: Sind wir eines
Königs Kinder, getrieben, verzaubert,
gestrandet, im Reich der Eintagsliebe?

Du schenkst mir dein lautes Hexen
Lachen. Ich knurre. Mein Wolfsherz
heult auf, mein Boden und all die
Himmel zittern. Die Herzen tanzen.

Tanze mit dir seit 1000 Jahren und
mehr, du Schöne. Im heiligen Licht,
im Engelsstaub, schreiten wir, tanzen
wild, hinein in unsere Dämonenwelt.


Sonntag, 21. August 2016

AUF DIESEM WEG

Auf diesem Weg.
Wirbeln wild Herbstblätter.
Verschließen Augenblicke.

Auf diesem Weg.
Hetzen Heimatlose,
im Gepäck das Ungesagte.

Auf diesem Weg.
Brennt Stille Glut
in die Umarmungen.

Auf diesem Weg.
Mahnen Zeichen beim
sicheren Schritt der Herzen.

Auf diesem Weg:
In Wahrheit taumeln.
In Wahrheit fallen.

Auf diesem Weg:
Bekennen. Singen.
Schamlos wahrhaftig.

Auf diesem Weg:
Lassen. Verströmen.
Erblühen in Liebe.

Auf diesem Weg:
Taumeln mit dir.
Blühen, fallen, lachen.


Dienstag, 9. August 2016

DIE SÜßE II

Ein Herz erblüht.
Erstrahlt im Licht.
Öffnet sich,
langsam, stetig,
in der Liebe Angesicht.

Verströmt sich selbst
in süßem Duft, der
erst betört, doch
dann das Leben ganz
und gar erwachen lässt.

Heute Nacht erkannte
ich dich, die ganze Süße
deines Herzens, Liebste.
Sie erstrahlte in deinem
Gesicht, Morgensonne

über endlosem Ozean.
Ihr Zauberleuchten
erhellte alles Dunkle, für
diesen seligen Augenblick.
Da erwachte das Leben ganz.


Freitag, 29. Juli 2016

IM GRAS

Aufmerksam lauschen
wir unseren Worten,
ihrem Echo in der Weite
der Ebene, wo wir,

Liebende, uns begegnen
in jenen Augenblicken,
wenn Herzen erwachen
in zeitloser Landschaft.

Die Nacht schuf Gott
für die Liebenden, mit
all den fernen Sternen.
Den Tag für die Liebe

und ihre Wunden. Im
Schatten des Ölbaums
lieben wir und lauschen
dem Rauschen der Nacht.

Gehen rückwärts zu
mysteriösen Orten
kindlicher Wünsche,
mit federleichtem Schritt.

Nackt tanzen wir, im
Märchenglanz eines neuen
Tages: im Morgentau, im
Gras, jenseits jeder Zeit.


Donnerstag, 14. Juli 2016

FRUCHTBARER BODEN

Auf dem höchsten Ort,
an dem eitel wir uns
erheben über den anderen,

ist der Boden eisig und
der Wind brennt
Wundmale in unsere Haut.

An dem höchsten Ort,
an dem wir uns im Recht
glauben und auf den

anderen hinab blicken,
ist der Boden eisig und
und der Wind ruht nie.

An dem höchsten Ort,
an wir nur eine Wahrheit
existiert und in Macht

und Blei gegossen wird,
bleibt der Boden im
sibirischen Dauerfrost.

Kein Samen wird zur
Pflanze erblühen, keine
Pflanze Früchte tragen.

Demut des Herzens und
Liebe machen den Boden
fruchtbar, auf dem wir sind.

Wo eben noch der Schatten
regierte, wärmt die Sonne
und nährt der Regen das Leben.


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